Ausstellung „PFLANZEN brauchen/spenden RUHE“ zu den Pillnitzer Gewächshaustagen 2017

Die angehenden Meister der Pillnitzer Gartenbaufachschule gestalteten zu den Pillnitzer Gewächshaustagen am 4. und 5. März 2017 eine Ausstellung zum Thema „PFLANZEN brauchen/spenden RUHE“. Die 15 Fachschülerinnen und Fachschüler des Jahrganges 2016-2018 gehörten zu den Fachrichtungen Obstbau, Friedhofsgärtnerei und Zierpflanzenbau. Das Gesamtthema wurde durch die einzelnen Präsentationen fachspezifisch interpretiert und gestaltet.

 

René Block hatte zwei Mustergrabstellen aufgebaut. Neben einer vermeintlich pflegeleichten Ausführung mit viel Stein und Kies stand eine gärtnerisch gestaltete Grabstelle mit reichlich Grün. Die Besucher waren eingeladen, sich selbst eine Meinung zu bilden, von welcher Gestaltung für sie mehr Ruhe ausgeht.

 

Das Thema von Oliver Dahl waren naturnahe Hecken, die in der freien Landschaft vielfältige Funktionen erfüllen. Naturnahe Hecken dienen als Windschutz, der Nützlingsförderung und Verbesserung der biologischen Vielfalt. Zusätzlich liefern Sie auch Wildfrüchte. Neben Obstanlagen sind solche naturnahen Hecken ebenfalls wertvoll, wobei jedoch potentielle Wirtspflanzen für Krankheiten und Schädlinge der Obstbäume konsequent vermieden werden müssen.

 

Jasmin Döbel gestaltete ein „begrüntes“ Wohnzimmer, mit dem sie auf die vielfältigen positiven Wirkungen einer Innenraumbegrünung hinwies. Neben der Verbesserung der Raumluft bis hin zum Schadstoffabbau oder auch einer schalldämpfenden Wirkung hob sie die ästhetische Wirkung auf die Bewohner hervor. Nach einem stressigen Arbeitstag spendet ein begrünter Wohnraum Ruhe und Erholung.

 

Michael Dube hatte für sein Thema „Streuobstwiese“ Apfelbäume extra angetrieben, die nun Anfang März schon in voller Blüte standen. Wenn die Streuobstwiesen ihre historische Bedeutung als Hauptproduktionsform im Obstbau auch verloren haben, so werden sie heute als besonderer Landschaftsbestandteil und wegen ihres ökologischen Wertes hoch geschätzt.

 

Guido Fleischer wies auf das Ruhegebiet Friedhof als grüne Oase im urbanen Raum hin. Friedhöfe sind weit mehr als Orte der Bestattung und des Totengedenkens. Gerade in Städten sind es wichtige Räume der Erholung und einer besonderen Kommunikation zwischen den Besuchern. In einem auf kleinsten Raum gestalteten Erlebnispfad wurden steinbetonte Friedhofsanlagen neben solchen mit viel Grün für die Besucher der Ausstellung erlebbar.

 

Japanische Gärten haben eine besondere Formensprache. Dass sie dennoch rund um die Welt als Ruhepol verstanden werden, machte Eric Hellenberg mit seiner Präsentation deutlich. Mit Steinen, Kies und einer Minipagode gestaltete er eine Landschaft, in der blühende Azaleen und Kamelien ihre spezielle Ausstrahlung voll entfalteten.

 

Heiko Hübler vermittelte, wie in Obstanlagen im übertragenen Sinne durch Nützlinge Ruhe und durch Schädlinge Unruhe entsteht. Anschauliches Beispiel war ein vertrockneter Apfelbaum, den die Besucher anheben konnten, um eine Wühlmaus an den Wurzeln zu entdecken.

 

Mit der Aufforderung „Farbe bekennen“ warb Annett Koschmieder-Dittrich für eine bewusstere Farbgestaltung bei der Grabbepflanzung. Konkrete Pflanzbeispiele belegten verschiedene Grundprinzipien der Farbwirkungen, die an Modellen selbst ausprobiert werden konnten. Eine Kinderecke ermöglichte den Kleinen, sich beim Ausmalen mit dem Farbkreis bekannt zu machen.


Conrad Patella verdeutlichte, wie gerade bei kleinräumigen Gestaltungen, beispielsweise auf Gräbern, durch Formschnitt eine beruhigende Wirkung erzielt werden kann. Die Information, welches Gehölz wann und mit welchem Gerät geschnitten werden sollte, lieferte er gleich mit.

 

„Ohne Ruhe keine Blüte“ gilt für viele Pflanzenarten. Marcus Scheel demonstrierte das anschaulich für die Blumenzwiebeln. Im Focus stand wie die pflanzenphysiologischen Zusammenhänge im Gartenbau gezielt ausgenutzt werden, um zum gewünschten Zeitpunkt blühende Pflanzen in hoher Qualität zu haben.

 

Ursprünglich war es exklusives Wissen für japanische Adelsgeschlechter. Heute haben die Regeln des Feng Shui bei der Gestaltung von Wohnräumen und Gärten weite Verbreitung gefunden. Oliver Seidel demonstrierte Feng Shui in der Grabgestaltung beispielhaft an Mustergräbern für jeweils eine Frau und einen Mann bestimmter Jahrgänge.

 

Sören Theuner ging der Frage nach „Wie entsteht die Stille auf dem Friedhof“ und meinte damit die Ruhe im akustischen Sinn. Ein Friedhofsmodell zeigte zwei extrem unterschiedliche Gestaltungen mit und ohne Gehölze. Die akustischen Auswirkungen wurden für die Besucher über Kopfhörer erlebbar, welche die Geräuschkulissen von zwei solchen realen Situationen wiedergaben.

 

Wie Äpfel für eine Langzeitlagerung gezielt in Ruhe versetzt werden, zeigte Tobias Uhlig. Im Rahmen eines realistischen Kühlzellenmodells wurden die verschiedenen Möglichkeiten der Steuerung über die Temperatur und die Zusammensetzung der Lageratmosphäre demonstriert. Solche Lagerzellen sind zeitweise nicht mehr betretbar, sichern aber, dass frische Äpfel rund ums Jahr im Angebot sind.

 

Viele Pflanzen enthalten Inhaltsstoffe, die auf vielfältige Weise auf den Menschen beruhigend wirken. Madelaine Weigel stellte einige von ihnen vor. Vom Salbei beispielsweise gibt es buntlaubige Zierformen, in der Küche ist er Gewürz, als Tee oder Extrakt entzündungshemmende Medizin und als Bonbon ein Genussmittel.

 

Am Beispiel von Apfelkernen verdeutlichte Oliver Winkler, dass viele Samen Ruhephasen haben, die für eine hohe Keimfähigkeit beendet werden müssen. Lichteinwirkungen oder auch Kühlphasen sind bei einigen Arten wirksame Mittel. So wird in der Kernobstzüchtung das Saatgut stratifiziert, wobei es im leicht angequollenen Zustand gekühlt wird. Attraktive Beispiele für neue Äpfel- und Birnensorten an diesem Stand lockten viele Besucher an.

 

Viele lobende Worte der Besucher stärkten das berufliche Selbstbewusstsein aller Fachschüler. Für die besten Ausstellungsbeiträge hatte der Verband ehemaliger Dresden-Pillnitzer wieder Preisgelder ausgelobt. Schon am Vortag der Ausstellung fand deshalb unter Leitung von Wolfgang Friebel ein Bewertungsrundgang statt. Bei diesem stellten die Fachschülerinnen und Fachschüler ihre Ausstellungsbeiträge vor. Zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend erfolgte dann die Auszeichnung der besten Präsentationen. Den 1. Preis erhielt Annett Koschmieder-Dietrich für ihren vielseitigen Ausstellungsbeitrag und ihren engagierten Vortrag zum Thema „Farbe bekennen“. Jeweils einen 2. Preis erhielten Tobias Uhlig und Sören Theuner für ihre tiefgründigen und anschaulichen Präsentationen zur „Lagerung von Äpfeln“ sowie zur Frage „Wie entsteht die Stille auf dem Friedhof?“.

 

Sören Theuner, Tobias Uhlig, Annett Koschmieder-Dittrich und Wolfgang Friebel, der Vorsitzende des Ehemaligenverbandes, bei der Preisverleihung

Die Pillnitzer Gewächshaustage haben als gemeinsame Tage der offenen Tür der im „Grünen Forum Pillnitz“ zusammenarbeitenden Einrichtungen eine lange Tradition. In den Pillnitzer Lehr- und Versuchsgewächshäusern informierten das JKI für Züchtungsforschung an Obst, die HTW Dresden und die Abteilung Gartenbau des LfULG zu ihren Forschungsprojekten und Bildungsangeboten. Natürlich konnte auch das Kamelien-Gewächshaus im Schlosspark besucht werden.

In den Gewächshäusern des LfULG standen Versuche zur ressourcenschonenden Produktion von Zierpflanzen. Bei Hortensien und Topfprimeln ging es um die Düngungsoptimierung bei der Kultur in torfreduzierten Substraten. Die energiesparende Zusatzbelichtung durch neue Leuchtmittel und eine intelligente Steuerung wurden bei Topfrosen und Edelpelargonien untersucht. Die blühenden Bestände beeindruckten die zahlreichen Besucher. In den Häusern der HTW gab es ein umfangreiches Sortiment an Zierpflanzen, moderne Gemüsekulturen und ein breites Themenspektrum studentischer Arbeiten zu bewundern. Beim JKI fand die Kirschessigfliege, eine zunehmende Bedrohung für alle rotfrüchtigen Obstarten, große Beachtung. Systematisch wird hier nach widerstandsfähigen Sortentypen gesucht. Informiert wurde auch zur Kirschzüchtung sowie zum Schnitt und zur Veredlung von Obstgehölzen.

Mit 3035 Besuchern erreichten die Pillnitzer Gewächshaustage am 4. und 5. März 2017 einen neuen Besucherrekord. Das zeigt das starke öffentliche Interesse und ist ein Erfolg der guten Kooperation im Grünen Forum Pillnitz.

Stephan Wartenberg
LfULG, Abteilung Gartenbau Dresden-Pillnitz, Referat Zierpflanzenbau


Ausstellung „Pflanzen und ihre Verwendung“ zu den Pillnitzer Gewächshaustagen 2015

Am 7./8. März fanden zum zehnten Mal die „Pillnitzer Gewächshaustage“ statt. Die Tage der offenen Tür in den Pillnitzer Lehr- und Versuchsgewächshäusern werden traditionell gemeinsam von den im „Grünen Forum Pillnitz“ zusammen arbeitenden Einrichtungen durchgeführt. Das sind das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit seiner Abteilung Gartenbau einschließlich der gartenbaulichen Fachschulen, die Hochschule für Technik Dresden (HTW) mit den in Pillnitz angesiedelten „grünen“ Studiengängen sowie das Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an Obst (JKI). Alle drei nutzen heute mit modernen Lehr- und Versuchsgewächshäusern das vor 100 Jahren als „Neue Königliche Hofgärtnerei“ errichtete historische und denkmalgeschützte Ensemble. Weiterer wichtiger Partner vor Ort ist Schloss und Park Pillnitz.

Kernstück der Gewächshaustage 2015 war eine von Pillnitzer Fachschülern gestaltete Ausstellung, diesmal zum Thema „Pflanzen und ihre Verwendung“. Die 22 jungen Leute bereiten sich an der Fachschule für Gartenbau auf ihre Meisterprüfungen im Baumschulwesen, dem Gemüse-, Obst- oder Zierpflanzenbau vor. Die Ausstellungsbeträge lieferten so Beispiele für die Verwendung von Pflanzen aus der Breite des Gartenbaus. Bei einem Bewertungsrundgang wurden aus den 22 guten und sehr guten Beiträgen die besten ausgewählt. Freundlicherweise stiftete der Verband Ehemaliger Dresden-Pillnitzer e. V. Preisgelder, mit denen die besten Ausstellungbeiträge ausgezeichnet werden konnten. Wegen der hohen Leistungsdichte an der Spitze wurden der 3. und 2. Platz je zweimal vergeben.

Einen der zwei dritten Plätze erreichte Ivonne Kahle mit ihrem Beitrag zum Kürbis in seiner großen Verwendungsbreite von der Veredlungsunterlage für Gurken bis hin zur Suppe. Richard Beuchler, der den zweiten dritten Platz errang, informierte unter dem Motto „Kleine Dosis – große Wirkung“ anschaulich zu sekundären Pflanzeninhaltsstoffen in verschiedenen Gemüsearten und deren Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Die zwei zweiten Preise gingen an Dietrich Beiermeister und Tobias Hahn. Der in Schwaben beheimatete Dietrich Beiermeister präsentierte „Küchenkräuter – Die Geschmackswunder“ von kleinen „Töpfelen“ bis hin zu übergroßen Pflanzenkübeln, in denen die Kräutervielfalt auch ästhetisch voll zum Tragen kam. Tobias Hahn hatte eigens für die Ausstellung Apfelschaumwein hergestellt, der verkostet werden konnte. Sein Anliegen war es zu zeigen, wie durch die Erweiterung der Produktpalette in Obstbaubetrieben neue Käuferschichten erreicht werden. Den ersten Platz erlangte Sebastian Koch mit dem Thema „Zimmerpflanzen – Grüne Lunge im Büro“. Bis ins Detail hatte er liebevoll ein begrüntes Büro gestaltet. Die Vorteile einer Raumbegrünung von der Lärmminderung über die Luftbefeuchtung und den Abbau von Schadstoffen bis hin zu ästhetischen Wirkung wurden verdeutlicht. Mit den „Indoor Heros“ lief auf den PCs eine Datenbank zu den besonders geeigneten Pflanzenarten.

Eine Gruppe von vier Fachschülern der Fortbildungsrichtung Techniker Produktionsgartenbau beteiligte sich mit einem besonderen Beitrag an der Ausstellung. Ihr eigentliches Projekt ist die Gestaltung eines gärtnerisch gepflegten Grabfeldes zum schwierigen Thema „Totgeburt“ auf der Sächsischen Landesgartenschau 2015 in Oelsnitz/Erzgebirge. Bei den Pillnitzer Gewächshaustagen wurden die einzelnen Gestaltungsideen sowie die daraus entwickelte Gesamtkonzeption vorgestellt. Grundgedanke ist ein gärtnerisch gepflegtes Grabfeld mit individuellen Grabstellen für das persönliche Erinnern. Wesentliche Gestaltungselemente wurden beispielhaft aufgebaut und präsentiert. Das große Interesse der insgesamt 2300 Besucher war für alle beteiligten Fachschüler überwältigend. Als gefragte Gesprächspartner waren sie fast pausenlos im Einsatz. Wie geachtet gärtnerische Kompetenz ist, wie speziell teilweise diskutiert wurde und welche Anerkennung zurückkam, gehörte zu den wichtigen Erfahrungen aus diesem Projekt – neben aller Mühe bei der Vorbereitung.

Die Pillnitzer Gewächshaustage 2015 waren zugleich Tag der offenen Tür der Fachschulen. Eine Reihe von Interessenten ließ sich ausführlich zu den Fortbildungsmöglichkeiten zum Techniker oder Meister informieren. Besonders gefragt sind derzeit Bildungsgänge im Garten- und Landschaftsbau. Das Thema Pflanzenverwendung steht ja auch da im Mittelpunkt und wurde durch Planzeichnungen aus Projekten der Galabau-Fachschüler veranschaulicht.

In den Versuchsgewächshäusern des LfULG gab es üppig blühende Cyclamensortimente, Tausendschönchen, Primeln und neue Frühjahrsblüher zu sehen. Auch in die „Kinderstube“ der Beet- und Balkonpflanzen für die kommende Saison waren Einblicke möglich. Besonders beachtet wurden blühende und duftende (!) Schaupflanzen von Sachsens Balkonpflanze des Jahres 2015, der Lobularia ‘Stream‘-Serie. Versuche mit Topfnelken, samenvermehrten Beet- und Balkonpflanzen sowie Schautafeln informierten zum laufenden Forschungsprojekt zur Reduzierung des Phosphoreinsatzes im Zierpflanzenbau.

Tomaten- und Gurkenpflanzen in modernen Kultursystemen sowie vielfältige Versuche zu Beleg-, Bachelor- und Masterarbeiten waren in den Gewächshäusern der HTW zu sehen. Interessante Ideen zum Grün im urbanen Bereich gab es zu sehen, wie neue Systeme für grüne Wände mit Gräsern oder den „Salat aus der Flasche“. Selbstverständlich wurde auch zu den angebotenen Studiengängen im Gartenbau informiert. Von hoher Attraktivität war wiederum die Cafeteria, für viele Besucher ein guter Platz, um auf ihrem langen Rundgang durch alle Einrichtungen neue Kraft zu schöpfen.

Das Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an Obstkulturen informierte zu aktuellen Züchtungszielen und -methoden in Erdbeer-züchtung sowie zur laufenden Sichtung des Pillnitzer Sanddorn-sortimentes. Große Beachtung fanden Zierapfelsorten, die sowohl als Bestäuber im Erwerbsobstbau als auch als Ziergehölze mit attraktivem Fruchtschmuck Verwendung finden können. Publikumsmagnet war auch die Erläuterung und praktische Vorführung der Veredlung bei Obstgehölzen.

Dass viele Besucher Orientierungsschwierigkeiten hatten, ob sie sich nun gerade beim LfULG, der HTW oder im JKI befanden, ist als Zeichen der guten Zusammenarbeit der Einrichtungen des „Grünen Forums Pillnitz“ zu werten. Pillnitz steht für die Einheit von Lehre und Forschung für den sächsischen Gartenbau auf allen Ebenen.

Stephan Wartenberg
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie


Jahreshauptversammlung 2013

Am 21. September fand unsere Jahreshauptversammlung statt. Als Tagungsort war Hellerau ausgesucht, mit einer Führung durch die Gartenstadt Hellerau und anschließender Versammlung.

Die Gartenstadt Hellerau wurde, aufgrund der enormen Preissteigerungen gegen Ende des 19. Jh. für Grund und Boden in den urbanen Gegenden der Großstädte, auf billigem Ackerland unweit der Stadtgrenzen Dresdens erbaut.

Karl Schmidt, der Leiter der Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst, hatte 1906 die Vision einer Gartenstadt nach englischem Vorbild. Leben und Arbeiten in sozialverträglicher Umgebung, unweit oder inmitten der Natur, in gesunder Luft und mit angenehmen Lebensverhältnissen.
Bereits 1907 begannen die Planungen mit den Architekten Wolf Dohrn und Richard Riemerschmid an Schmidts Seite. Dabei wurde sich eng an den Bedürfnissen der Arbeiterschaft orientiert.
1908 entstanden die ersten Einfamilien-, Reihen- und Landhäuser für die Arbeiter und Angestellten im Stil der Reformarchitektur, neben öffentlichen Gebäuden und Gärten.
Konzeptionell verantwortlich für die Kultur- und Industriesiedlung waren renommierte Architekten wie Heinrich Tessenow, Hermann Muthesius und Curt Frick.

Der erste Weltkrieg und die spätere Inflation beendeten den großen Aufbruch in Hellerau. Den nachfolgenden Nationalsozialisten fehlte für die Schmidtschen Visionen jedes Verständnis. 1992 wurden die Werkstätten reprivatisiert. In dem Unternehmen arbeiten heute 200 bis 250 Mitarbeiter, welche hochwertige Möbel- und Innen-raumeinzelstücke herstellen. Unter anderem wurden die Innenausbauten des Sächsischen Landtags, der Neuen Synagoge und der Elbe-Raddampfer hier geschaffen. Die Gartenstadt Hellerau ist seit 2012 für die deutsche Vorschlagliste für das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.

Nach dem Rundgang begaben sich die anwesenden Mitglieder und der Vorstand zum Kaffetrinken in das Gasthaus Hellerau. Es folgte die Verlesung des Rechenschaftberichts durch unseren Vorsitzenden Herrn Friebel sowie die Offenlegung der Finanzen mit Erläuterungen zum Finanzbericht durch unseren Kassenwart Herrn Engelhardt. Im Anschluss zeigte Dr. Hohlfeld Bilder von Fachschülern während ihres Aufenthaltes in Südengland, welche am Leonardo-Programm teilnehmen konnten. Um das mit EU-Fördermitteln finanzierte Programm zu realisieren, musste der Verband zwischenfinanzieren. Ein ausführlicher Bericht war in den Verbandsmitteilungen vom August 2013 zu lesen. Damit endete die Jahreshauptversammlung 2013.

Enrico Bär
Beisitzer

 


Ausstellung „Wolfsmilchgewächse“ 2012

Am 17./18. November fanden die Pillnitzer Gewächshaustage statt, traditionell verbunden mit einer von den Fachschülern gestalteten Ausstellung. Zum Thema „Wolfsmilchgewächse“ entwickelten die 16 Teilnehmer der im Jahr 2013 abschließenden Technikerklasse Produktionsgartenbau 16 ansprechende und interessante Beiträge. Insgesamt 2500 Besucher sahen die Ausstellung – und waren begeistert. Die hohe Besucherzahl war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass das MDR-Fernsehen am Sonnabendabend von dem Ereignis berichtete.
Die phantasievollen und ansprechend gestalteten Ausstellungsbeiträge griffen das Thema „Wolfsmilchgewächse“ in der ganzen Breite auf: Einige der gärtnerisch als Staude, Topfpflanze oder Schnittblume genutzten Euphorbiaceen wurden detailliert vorgestellt. Die gefährlichen, die nützlichen und die heilsamen Inhaltsstoffe einiger Arten waren ebenso Themen wie die Besonderheiten sukkulenter Arten und Geschichte(n) zu den Wolfsmilchgewächsen.

Das hohe Niveau aller Beiträge erschwerte die Auswahl der besten Präsentationen, die durch den Verband Ehemaliger Dresden-Pillnitzer e.V. mit Preisgeldern ausgezeichnet wurden. Kathleen Ziegler vom Vorstand des Ehemaligenverbandes übergab zur Eröffnung am 17.11.2012 den ersten Preis an Mirko Philipps für seinen Beitrag „Weltreise mit den Wolfsmilchgewächsen“. Den zweiten Preis erhielt Oliver Rens für seine Arbeiten und Demonstrationen zum Thema „Veredlung von Wolfsmilchgewächsen“. Für die originell gestaltete „Milchbar mit Wölfen“, an der man durch einen Quiz in den Genuss einer „Wolfsmilch“ gelangen konnte, wurde Tina Menzel mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Gleich zwei vierte Preise wurden an Magdalena Fedus und Reni Kutschmann vergeben. Ihre Themen waren „Giftstoffe in Wolfsmilchgewächsen: ein Drama in fünf Akten“ und „Euphorbia pulcherrima für Schnitt und Floristik“.

An den Pillnitzer Gewächshaustagen beteiligten sich alle Institutionen des Grünen Forums Pillnitz. So gab es unter anderem in den Gewächshäusern des JKI mit 50 Birnensorten einen Rückblick auf die letzte Obsternte und beim LfULG mit 140 Sorten einen Ausblick auf die kommende Weihnachts-sternsaison zu sehen. In den Häusern der HTW fand die ideenreichen Studentenversuche und die Cafeteria besondere Beachtung.

 

Stephan Wartenberg
LfULG, Abt. Gartenbau Dresden-Pillnitz


Jahreshauptversammlung 2012

Die diesjährige Hauptversammlung am 08.09.2012 war kulturell geprägt durch eine Busfahrt zum Botanischen Garten Berlin-Dahlem. Während der Fahrt wurde der Rechenschafts- und Kassenbericht verlesen, der alte Vorstand entlastet u. der neue Vorstand gewählt. Näheres dazu im nächsten Mitteilungsheft. Nach einer Pause mit reichhaltigem Frühstück erreichten wir Berlin. Der Botanische Garten umfaßt eine Fläche von über 43 ha und beherbergt etwa 22.000 verschiedene Pflanzenarten. In der 13 ha großen Pflanzengeographischen Abteilung und den über 6000 qm umfassenden Gewächshäusern konnten wir nur teilweise einen Überblick über die artenreiche Pflanzenvielfalt gewinnen. Nicht umsonst gehört der Garten zu den größten und bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt.


Festveranstaltung 90. Jahre Lehre und Forschung für den sächsischen Gartenbau 2012

Aus diesem Anlass fand eine Veranstaltung am Freitag, den 6.Juli 2012 statt, zu der auch die Mitglieder des Verbandes eingeladen waren. 160 Gäste kamen in die Aula der Pillnitzer Fachschule. Der Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Norbert Eichkorn, begrüßte die Gäste und moderierte die Festveranstaltung. Nach einem Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. G. Müller ergriff Staatsminister Frank Kupfer das Wort zur Festrede und würdigte die Leistungen der Einrichtungen des Pillnitzer Standortes auf dem Gebiet der Bildung und der Forschung. Mit ihren Ergebnissen leisten sie einen wichtigen Beitrag für den Gartenbau.

Im Anschluss wurden Aufgaben und aktuelle Arbeiten der 4 Pillnitzer Einrichtungen „Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen“, „Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden“, „Schlösser und Gärten Dresden Schloss & Park Pillnitz“ sowie des „Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie“ und die Tätigkeit des Verbandes „Ehemaliger Dresden-Pillnitzer“ dargestellt. Die Festveranstaltung wurde vom Trio „nottambulo“ musikalisch begleitet.

Zum Abschluss ergriffen der Präsident des Landesverbandes Gartenbau Sachsen, Winfried Kaiser und der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsisches Obst, Gerd Kalbitz, das Wort und überbrachten die Glückwünsche des Berufsstandes, verbunden mit klaren Erwartungen für die Zukunft. Die etwas längere Kaffeepause bot Raum für viele Gespräche.

Die Abendveranstaltung fand in der Überbetrieblichen Ausbildung der Abteilung Gartenbau statt. Der Teilnehmerkreis war ein schöner Querschnitt von Jung und Alt, ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern. Der Höhepunkt war der Auftritt von“ August dem Starken“, der sehr wortgewandt mit Witz und Charme unterhielt. An dieser Stelle danke ich allen die bei der Vorbereitung der Veranstaltung mitgewirkt haben. „90 Jahre Lehre und Forschung“ wurde von den Einrichtungen des Grünen Forums und dem Verband „Ehemaliger Dresden-Pillnitzer“ eine Broschüre mit 144 Seiten herausgegeben

Dr. Wolf-Dietmar Wackwitz
Fachschule/Abt. Gartenbau


Jahreshauptversammlung mit Besuch der Meissener Spezialitätenbrennerei 2011

Auftakt der Jahreshauptversammlung 2011 war ein Besuch der Meissener Spezialitätenbrennerei in Reichenbach. Auftakt der Jahreshauptversammlung 2011 war am 24.09. ein Besuch der Meissener Spezialitätenbrennerei in Reichenbach. Die Brennerei befindet sich in einem ehemaligen Obstlager in Reichenbach, weinige Kilometer südlich von Meißen. Begrüßt wurde unsere leider nicht besonders große Gruppe vom Brennmeister Herrn Siegbert Hennig. Er ist der geistige Vater des kleinen Unternehmens und steht für die Ausrichtung und Qualität des Produktionsprogramms.

Die Herstellung von Obstbränden hat im Meißener Raum eine lange Tradition. Insbesondere durch den Streuobstanbau fiel Obst für die Brennerei an. Als zusätzliche Einkommensquelle durften Besitzer von Streuobstwiesen – rechtlich verankert im Branntweinmonopolgesetz von 1922 – in begrenztem Maße dieses Obst brennen und den gewonnenen Alkohol an die Bundesmonopolverwaltung verkaufen oder gegen Entrichtung einer Steuer selbst vermarkten. Diese Regelungen, die vorrangig in Süddeutschland heute noch gültig sind, konnten für das hiesige Gebiet bereits in der DDR nicht mehr angewendet werden und sind durch den Einigungsvertrag endgültig verloren gegangen.

Siegbert Hennig und Dr. Georg Prinz zur Lippe, die diese Tradition wiederbeleben wollten und in Verbindung mit dem Vertrieb des Weingutes Schloss Proschwitz auch gute Marktchancen sahen, entschieden sich deshalb im März 1998 zu einer Alternative, die zwar hohe Investitionen erforderte, aber auch eine relativ große Flexibilität in der Produktion ermöglichte – einer sogenannten Verschlussbrennerei.
Im ersten Teil der Besichtigung führte uns Herr Hennig ein wenig in die Welt der Spirituosen ein. Sicher kannte noch nicht jeder von uns die Unterschiede von zwischen Bränden, Geisten und Likören, die uns nicht nur theoretisch erläutert, sondern durch kleine Proben auch geschmacklich nähergebracht wurden. Herr Hennig räumte auch schnell mit der verbreiteten Auffassung auf, dass man Obst, wenn sich nichts Vernünftiges sonst damit anfangen lässt, immer noch brennen kann.

Auch hier gilt, dass ein qualitativ hochwertiges Produkt nur bei entsprechender Qualität der Rohstoffe entstehen kann. In erster Linie sind hohe Zuckergehalte und voll ausgeprägte Aromen wichtig – Anforderungen, die moderne Sorten häufig nicht ausreichend erfüllen. Die sächsischen Obstbaubetriebe, deren Produktion auf Tafelobst ausgerichtet ist, sind deshalb für die Brennerei nur begrenzt ein geeigneter Partner. Vielmehr hat sich Herr Hennig in den letzten Jahren ein Netz kleinerer Lieferanten aufgebaut, die speziell für seine Bedürfnisse produzieren. Neben der Qualität gehört zur Philosophie der Brennerei auch eine gewisse Experimentierfreude. Hierfür stehen z. B. Produkte wie „Meissener German Porter Bierbrand“, „Meissener Spargelgeist“ oder „Dresdner Stollenlikör“. Im zweiten Teil der Führung wurden wir mit den Besonderheiten einer Verschlussbrennerei vertraut gemacht. Der Name leitet sich davon ab, dass der Brand in einer verplombten Anlage gewonnen und gelagert wird und für den Brenner zunächst unzugänglich – also unter Verschluss – bleibt. Die Plomben dürfen nur von der Zollverwaltung geöffnet werden, die dabei exakt die Menge des hergestellten Alkohols feststellt und die sogenannte Branntweinsteuer erhebt. Diese beträgt 13,03 EUR / Liter Reinalkohol. Interessant und manchmal auch amüsant waren die Erläuterungen zur technischen Ausführung der Anlage. Befindet sich die Brennanlage wie häufig üblich in einer gesonderten Einhausung, so dürfen z. B. alle Schrauben nur von innen zu öffnen sein. Arbeiten direkt an der Anlage dürfen nur unter Aufsicht eines Zollbeamten ausgeführt werden, wobei für diese Tätigkeit eine Gebühr zu entrichten ist. Deutlich wurde, dass das Brennen nicht nur ein Produktionsverfahren zur Herstellung eines Genussmittels schlechthin ist, sondern eine mindestens ebenso gewichtige, bürokratische Seite hat. Zum Abschluss der Führung bekamen wir noch einen Überblick über die Produktpalette der Brennerei. Sie umfasst neben teilweise sortenreinen Apfel- und Birnenbränden bis zu Himbeer-, Schlehen- und Walnussgeisten auch Pralinen und Fruchtaufstriche. Nach rund zwei Stunden mit anregenden Informationen und überzeugenden Produktproben verabschiedeten wir uns von Herrn Hennig in der Überzeugung, dass die Meissener Spezialitätenbrennerei ein bemerkenswertes kleines Unternehmen ist, das sich mit Erfolg der Genußkultur unserer Region verschrieben hat.

Bei der nachfolgenden Jahreshauptversammlung in der Plossenschänke in Meißen konnte Herr Friebel auf eine kontinuierliche Arbeit des Verbandes im vergangenen Jahr zurückblicken. Wie immer war die Unterstützung der Schüler und Studenten ein wichtiges Anliegen, dem vor allem durch die Zahlung von Zuschüssen zu den Exkursionen Rechnung getragen werden konnte. Die finanzielle Lage des Verbandes stellte Herr Engelhardt vor. Hier ist erfreulicherweise eine stabile Situation zu verzeichnen. In der Diskussion sprachen sich die Anwesenden dafür aus, im kommenden Jahr eine Exkursion in den Botanischen Garten Berlin-Dahlem durchzuführen. Außerdem steht das 90jährige Jubiläum der Gründung der Höheren Staatslehranstalt für Gartenbau Pillnitz an, das am 6.7.2012 im Rahmen einer Festveranstaltung begangen werden soll.

 

Spiritousen – ein kleiner Exkurs

Spirituosen: alkoholische Getränke mit einem Mindestalkoholgehalt von 15 Vol. %
Obstler, Obstbrand: Spirituose, die aus vergorenen Früchten mittels Brennen (Destillation) hergestellt wird. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Vol. %.
Brände: Die Früchte werden eingemaischt, die vergorene Maische wird destilliert. Das Ver-fahren erfordert, um wirtschaftlich zu sein, einen ausreichenden Zuckergehalt der eingesetzten Früchte. Am meisten verbreitet unter den Obstbränden sind Apfel-, Birnen-, Pfirsich- und Kirschbrände. Kirschbränden werden in der Regel als Kirschwasser bezeichnet.
Geiste: Bei Früchten, die zwar viele Aromen aber für eine wirtschaftliche Destillation zu-wenig Zucker enthalten, wird zu den zerkleinerten Früchten Alkohol zugegeben, der über mehrere Wochen die Aromen herauslöst. Das Gemisch wird anschließend gebrannt. Bekann-testes Beispiel ist der Himbeergeist.
Likör: Spirituosen, die mindestens 100 g Zucker / Liter enthalten und auf unterschiedli-chem Wege aromatisiert wurden. Häufig werden einem geschmacksneutralem Alkohol Früch-te oder Fruchtsaft und Zucker zugegeben, wodurch der Alkohol die Aromen herauslöst. Im Gegensatz zum Geist wird aber nicht noch mal gebrannt, die Abtrennung von Fruchtbestand-teilen oder Rückständen der zur Aromatisierung eingesetzten Stoffe erfolgt durch Filtration.

Dr. Ingolf Hohlfeld
Geschäftsführer


Ausstellung „Pflanze und Wasser“ im Rahmen der Pillnitzer Gewächshaustage am 05./06.03.2011

2684 Besucher wurden zu den Pillnitzer Gewächshaustagen am Wochenende 5. und 6. März 2011 gezählt. Damit war die gemeinsame Veranstaltung der im Grünen Forum Pillnitz zusammen arbeitenden Einrichtungen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, des Julius-Kühn-Instituts sowie des Schlossparks Dresden-Pillnitz ein voller Erfolg. Bei diesen gemeinsamen Tagen der offenen Tür in den Lehr- und Versuchsgewächshäusern präsentierten sich die Pillnitzer Einrichtungen so gut gemeinsam, dass viele Besucher gar nicht realisierten, dass sie mehrere Einrichtungen besichtigten.

Erster Sieger war hier die Präsentation „Wasserqualität und Düngung“ von Daniel Schulze. Den zweiten Platz belegte der Beitrag von Marleen Dietze, die das trockene Thema „Wasserkosten im Gartenbaubetrieb“ attraktiv veranschaulicht hatte. Den dritten Platz errang Martin West mit seiner Darstellung des Beregnungsbedarfs in der Baumschule und bei anderen Feldkulturen. Die Projekte der Wirtschafter Gartenbau des Winterkurses 2010-2012 hatten das Ziel, verbraucherorientiert Interessantes und Wissenswertes zu „Pflanze und Wasser“ darzustellen. Hier waren auch Gemeinschaftsprojekte möglich.

Ein Kernstück der Gewächshaustage war die von den Schülern der Pillnitzer Fachschulen gestaltete Ausstellung zum Thema „Pflanze und Wasser“. Der Verband Ehemalige Dresden-Pillnitzer e.V. prämierte die besten Ausstellungsbeiträge. Die Entscheidungen beim Bewertungsrundgang mit dem Verbandsvorsitzenden Wolfgang Friebel und den beteiligten Fachlehreren fielen sehr schwer, da durch das große Engagement der meisten Fachschüler viele gute und sehr gute Präsentationen entstanden waren. 28 Ausstellungbeiträge standen im Wettbewerb. Die Klasse Techniker Produktionsgartenbau 2009-2011 hatte die Aufgabe, den Umgang mit Wasser im Erwerbsgartenbau vorzustellen.

Da die Leistungsdichte an der Spitze so hoch war, wurden zwei erste und ein dritter Preis vergeben. Ein 1. Preis ging an Janine Gräulich und Silke Mehner. Zum Thema „Gehölze und Pflanzen am Gewässerrand“ hatten sie einen Teich mit gestaltetem Umfeld in das Pillnitzer Kreuz gezaubert. Einen weiteren 1. Preis erhielten Birgit Kempe und Stephan Reiche. Ihre Präsentation zu „Essbare Blüten in Wasser und Eis“ fand auch beim Publikum sehr großes Interesse. Mit dem 3. Preis wurde der Beitrag von Uwe Findeisen und Sebastian Wünsch ausgezeichnet.

Ihre Veranschaulichung des Wasserbedarfs und Wassergehalts von Gemüse verblüffte gleichermaßen, wie sie zum Nachdenken anregte. Der um ein mehrfaches höhere Wasserbedarf für Tomaten aus Südeuropa gegenüber denen aus regionaler Produktion beeindruckte zum Beispiel. Neben den Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung im Gartenbau konnten sich die Besucher in den Gewächshäusern des JKI, der HTW und des LfULG moderne Gewächshaustechnik und laufende Versuche anschauen sowie zu den Forschungsarbeiten informieren. Besonders in Auge fielen die blühenden Hortensien.

Stephan Wartenberg
LfULG, Abt. Gartenbau Dresden-Pillnitz

 

 


Absolvententreffen am 2. Januarwochenende 2011

Es ist Januar, Zeit für das alljährliche Treffen der ehemaligen Pillnitzer. Treffpunkt in diesem Jahr waren die Gewächshäuser der HTW und des Sächsischen Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie in Pillnitz. Seit mittlerweile 10 Jahren arbeiten beide Tür an Tür im gleichen Objekt.
Dieses Jahr lautete unser Motto Gewächshausanlage und so gaben uns die Mitarbeiter der jeweiligen Bereiche Einblicke in die aktuellen Lehr- und Forschungsaufgaben..
Jede Menge Informationen erhielten wir durch Frau Haase, Frau Reinicke, Herrn Wartenberg, Herrn Domurath, und Herrn Brohm.
Vielen Dank dafür!

Mehr als 20 ehemalige Pillnitzer waren diesmal unserem Aufruf gefolgt, und verbrachten gemeinsam den Abend des 8.Januar. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns, und ermöglichte auch die Anwesenheit von Gärtnern die ein ganzes Stück weit entfernt leben.
Ein ganz ausgezeichnetes Buffet mit vielen Leckereien rundete diesen gemütlichen Abend ab, und ließ keine Wünsche offen.
So freuen wir uns schon auf das nächste Jahr, wenn es heißt:
Wir treffen uns in Pillnitz!

Daniel Koch


Jahreshauptversammlung im Landgestüt Moritzburg 2010

Am 25. September fanden sich unsere Mitglieder trotz Regenwetter sehr zahlreich auf dem Gestütshof in Moritzburg zur zweiten Nach-mittagsstunde ein. Sie lauschten aufmerksam den interessanten und informativen Ausführungen von Herrn Gestütsoberwärter Paschke. Er berichtete, dass das Gestüt 1815, nach den endlos langen Scharmützeln mit dem alten Napoleon, gegründet wurde. 38 Hengste wurden als Landbeschäler eingestellt. Zunächst war die Oldenburger Rasse das Zuchtziel. Das änderte sich jedoch immer nach den Erfordernissen, die die sich entwickelnde Wirtschaft stellte. Zum Beispiel brauchte die Landwirtschaft Kaltblüter.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die bekannten Percherons gezüchtet, um dann ab 1911 die belgisch- brabanter Richtung bei den Kaltbluthengsten einzuschlagen.
In den Jahren des Zweiten Weltkrieges wurden die Pferde des Gestütes für den Kriegsdienst gebraucht, aber danach baute man den Bestand wieder auf.
Gegenwärtig stehen 100 Hengste in den Stallungen in Moritzburg gegenüber dem Schloss bereit, ihr Erbgut weiter zu geben. Dabei finden wir edle Warmbluthengste, Deutsche Sportpferde und Rheinisch- Deutsches Kaltblut und Haflinger.
Jedes Jahr Ende August / Anfang September finden die Hengstparaden in Moritzburg statt. In vielen Familien ist es eine wunderschöne Tradition, diese zu besuchen.
Für die Mitarbeiter des Gestüts bedeuten sie sehr viel Vorbereitungsarbeit mit den Tieren und für das Gelände. Dennoch ist es für Gestütsoberwärter Paschke eine Ehre dabei zu sein.

Eine ganz bezaubernde Veranstaltung war das Konzert „Musik und Hengste“ im August. Es wird hoffentlich eine Neuauflage geben.
Unsere Jahreshauptversammlung nahm nach der Führung durch das Gestüt ihren schon seit Jahren gewohnten Verlauf mit Kaffeetrinken, Bericht des Vorsitzenden Herrn Friebel und den des Kassenwartes Herrn Engelhardt. Wie immer war der Kassenbericht, geprüft von Herrn Dr. Krümmel, ohne Beanstandungen. Dieses Jahr wies er ein erfreuliches Plus der Kasse aus.
Nach einer kurzen Diskussion, einem Bericht zur Abteilung Gartenbau durch Herrn Dr. Wackwitz und Erfahrungsberichten von drei Absolventen der Technikerschule, endete dieser schöne Nachmittag.
Christina Reinicke
Beisitzer im Vorstand